Habul Rumman Mövchen:

Die Habul – Rumman – Mövchen ähneln in vielerlei Hinsicht ihren Verwandten den Urfali – Mövchen, sind jedoch etwas kleiner und gedrungener, mit gut entwickelter Wamme. Der Kopf ist gerundet mit sanfter Platte ohne Kanten. Die Schnabel – Stirn – Linie ist unterbrochen und geht in die Scheitellinie über. Sie sind Glattköpfig und Glattfüßig, haben eine fast waagerecht Haltung und sind im Stand relativ niedrig. Diese arabische Mövchenart kommt nur im Farbenschlag weiß vor. Die Grundfarbe ist weiß, jedoch weisen sie an den Flügelschildern eine charakteristische Säumungszeichnung auf, die so genannte Habul – Rumman Zeichnung. Die Säumungsfarbe ist dunkelgrau bzw. bläulich oder mattschwarz. Die Umrandung der Armschwingen ist blau, die Handschwingen sind weiß. Die Schwanzfedern sind ebenfalls weiß mit stumpfer schwarzer Binde. Typische Rassemerkmale des Habul – Rumman – Mövchens sind also die Säumung auf den Schildern und die Maserung an den Schwanzfeder. Die Habul – Rumman – Mövchen sind noch nicht im deutschen Rassetaubenstandard anerkannt .







Josef Strohschnieder
Möntkeweg 1
26835 Hesel
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Meine Erfahrungen in der Zucht von Habul-Ruman Mövchen

Habul-Ruman Mövchen sind sehr elegante Tiere, die durch ihre interessante Flügelschildzeichnung bestechen. Sie sind sehr zuchtfreudig und stellen nur geringe Anforderungen an die Haltung und Pflege. Ohne großen Aufwand ist es auch möglich die Tauben auf Ausstellungen zu präsentieren. Da sie relativ flugfreudig sind, eignen sie sich sehr gut für den Freiflug. Wegen der Greifvögel halte ich allerdings meine Tauben ohne Probleme in einem Schlag mit großer Voliere, dadurch ist allerdings der Betreuungs- und Hygieneaufwand etwas höher als bei der Freiflughaltung. Bei der Fütterung sollte man beachten, dass man kein zu grobes Taubenfutter verwendet. Wegen der hellen Augenränder sollte es kein oder wenig Mais enthalten. Meine Tauben nehmen zusätzlich auch gerne Grünfutter in jeder Form auf. Als Zusätze zum Trinkwasser verwende ich abwechselnd Obstessig mit max. 5% Säuregehalt

(1 Esslöffel auf 1Liter) und Avidress, dies wirkt regulierend auf den Magen-Darm-Trakt und reduziert deutlich den Trichomonaden Befall. Das Brut- und Aufzuchtsverhalten der Habul-Ruman Mövchen ist sehr gut und auf die Mithilfe von Ammentauben kann man verzichten. Aggressionen gegen Jungtiere sind bei mir noch nicht vorgekommen, somit wäre eine Zucht dieser Rasse ohne Jungtierschlag möglich. Durch die Zuchtbuchführung versuche ich jedes Jahr meine Tiere zu verbessern, vor allem sind dadurch die genaue Abstammung der besten Jungtiere und die Zuchtleistungen der einzelnen Paare schnell ersichtlich. Ein wichtigstes Ziel meiner Zucht ist es, Vitalität und Zuchtfreudigkeit auf einem hohen Niveau zu halten.

Die Habul-Ruman Mövchen sind Tauben mit der so genannten Anatolierscheckung, d.h. nur das Schild und der Schwanz sind farbig. Als Schildzeichnung kommt nur blau geschuppt vor, diese Schuppung ist eine Zierde der Rasse und in seiner Art bei keiner anderen Taubenrasse vorzufinden. Die Besonderheit hierbei, die Schuppung jeder einzelnen Feder ist fast nur noch auf einen „Saum“ mit Pfeilspitze reduziert. Diese interessante Flügelschildzeichnung ist genetisch reinerbig und entstand vermutlich aus dunkelgehämmert und dem Orient Stencil Gen. Dieses Gen bewirkt eine Aufhellung der schwarzen Hämmerungszeichnung bis auf einem dunkeln Saum. So gezeichnete Federn sollten sich möglichst über das gesamte Schild und die Schulternfedern erstrecken. Im Idealfall bilden sich Schuppenbänder oder besser gesagt Pfeilspitzbänder, die zunächst parallel zur den Binden verlaufen und sich danach der Größe, Form und Wuchsrichtung der Schildfedern anpassen. Das erreichen dieser Schuppungsart ist die größte Schwierigkeit und nur durch laufende strenge Auslese der Zuchttiere möglich. Die weißen Binden werden vom Zeichnungsweiß der Armschwingen und deren Deckfedern gebildet, was in der Regel keine Probleme bereitet. Ein weiteres Merkmal dieser Rasse sollte vor allem den Neuzüchtern nicht verschwiegen werden, im Jugendgefieder zeigt das gesamte Flügelschild eine Rostbildung und läst es so mehr oder weniger rosig aussehen. Deshalb muss man die Jungtiere erst durchmausern lassen um die Schuppungszeichnung richtig beurteilen zu können, denn nach der Mauser ändert sich oft das Zeichnungsmuster erheblich. Bei Jungtieren wird auch nach der Mauser die Schildzeichnung selten so rein sein wie bei älteren Tieren, aber es sollten aus ca. zwei Meter Entfernung keine großen Unsauberkeiten erkennbar sein.

Einige für die Zucht wichtige Rassemerkmale möchte ich noch kurz ansprechen. Der Kopf, er sollte nicht zu schmal sein, Stirn und Schnabel bilden von der Seite gesehen eine gerade Linie die in einem flachen Scheitel (leichte Kopfplatte) mit abgerundeten Kanten übergeht. Die Augen sind dunkel mit hellen Rand aus feinem Gewebe und der Schnabel ist knapp mittellang, hellfleischfarbig mit zarten Nasenwarzen. Der Hals ist kräftig, mittellang mit einer vollen Kehlwamme. Die Beine sind mittellang und unbefiedert. Der leicht abfallende Rücken ist kurz und in den Schultern breit.

Der mittellange Schwanz ist gut geschlossen und bildet mit dem Rücken eine Linie. Die Flügel sind geschlossen und decken den Rücken ab ohne zu kreuzen. Diese Merkmale bereiten in der Zucht keine großen Probleme, anders verhält es sich mit der geforderten vollen Brust und der Halskrause (Jabot). Es ist immer darauf zu achten, dass bei Zuchttieren eine volle Brust möglichst bis an den Flügelbugs reicht. Ein großes Problem hatte ich am Anfang meiner Habul-Ruman Zucht mit der sehr dürftigen Halskrause. Im zweiten und dritten Zuchtjahr zog ich eine Menge Jungtiere auf und sortierte sie vorrangig nach der Größe des Jabots aus. Diese Methode hatte Erfolg und durch weitere ständige Auslese hat sich ein gut entwickeltes Jabot in meiner Zucht gefestigt.

Ich hoffe, mit diesen Ausführungen einige Informationen über diese sehr interessante Rasse vermitteln zu können. Es würde mich sehr freuen, wenn der eine oder die andere sich der spannenden Zucht von Habul-Ruman Mövchen widmen würde. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen kann ich eindeutig behaupten: Langweilig sind die Habul-Ruman Mövchen nicht! Josef Strohschnieder


Text: Josef Strohschnieder------------------------------------Zeichnungen: Jean Louis Frindel